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Wie feste Regeln beim Abnehmen deine Willeskraft schonen

Im meinem letzten Artikel hab ich dir von meiner Erkenntnis erzählt, dass es für den Erfolg beim Abnehmen besonders wichtig ist, deine Willenskraft zu schonen. Vor allem schaffst du das dadurch, dass du dir ein paar goldene Abnehm-Regeln aufstellst, die du unter gar keinen Umständen übertrittst. Denn die Willenskraft solltest du dir lieber für die vielen Versuchungen aufheben, vor denen du bei einer Diät immer wieder stehen wirst. Wenn du ihn noch nicht gelesen hast, findest du ihn hier: klick

Bis zu dieser Erkenntnis war ich nie ein Freund von Diät-Regeln.

Bisher hat jede Diät, die ich bisher ausprobiert habe (und das sind ziemlich viele) Regeln aufgestellt. Anfangs lief es mit dem Abnehmen immer richtig gut. Zunächst beschäftigte ich mich mit der Theorie hinter der Methode, suchte tausende Rezepte raus, probierte sie aus und war total euphorisch. Jetzt hätte ich den Stein der Weisen endlich gefunden, dachte ich. Mich an die Regeln zu halten war am Anfang nie ein Problem. Im Zauber des Anfangs macht es sogar richtig Spaß.

Wenn die erste Euphorie sich gelegt hat, fangen die Schwierigkeiten an.

Plötzlich machst du die ersten kleinen Ausnahmen. Erst beugst du die Regeln nur ein bisschen. Dann beginnst du sie etwas lockerer zu interpretieren. Bis du sie dann zum ersten Mal übertrittst. Wenn diese Hemmschwelle einmal übertreten ist, tust du es dann immer wieder. Jede Ausnahme birgt immer die Gefahr wieder in alte Verhaltensmuster zu rutschen und meistens passiert dann auch genau das. So sah das bei mir zumindest bisher bei jeder Diät aus und ich wunderte mich auch noch, warum das Abnehmen ins Stocken geriert.

Meine Schlussfolgerung war also: Regeln machen fürs Abnehmen keinen Sinn.

Was ich dabei nie bedachte war zum einen, dass jeder Körper und auch jeder Alltag anders ist. Ich kam gar nicht auf die Idee, dass diese Regeln vielleicht gar nicht zu meinem Ziel und meinem Leben passen. Auf die Möglichkeit, dass für mich andere Regeln sinnvoll und zielführend sein könnten kam ich gar nicht. Wenn du zum Beispiel im Schichtdienst arbeitest, macht es für dich und deinen Alltag wenig Sinn, dass du nach 18 Uhr nichts mehr essen darfst. Statt die Regeln zu hinterfragen dachte ich, Regeln an sich wären nicht Erfolg versprechend.

Und der wichtigste Punkt, ich habe diese Regeln nicht als feste Vorschrift sondern mehr als Handlungsempfehlung wahrgenommen und habe mir eingeredet, dass eine kleine Ausnahme nicht so schlimm ist.

Regeln sind nur dann hilfreich, wenn du dich wirklich zu 100% an sie hältst

Deine Regeln sollten wie dein „Hungerfrei-Gesetz“ sein. Erst wenn du sie als als Gesetze wahrnimmst, die nicht gebrochen werden dürfen, entfalten Regeln all ihre Vorteile.

1. Regeln schaffen Regeln Stabilität, Struktur und Sicherheit.

Wo du dich unsicher und machtlos fühlst bieten sie dir eine klare Linie, nach der du dich richten kannst. Bis hierher und nicht weiter.

2. Durch Regeln werden uns Entscheidungen abgenommen.

Wenn du feste Regeln beim Abnehmen aufgestellt hast, musst du dir nicht ständig neu Gedanken darüber machen, wie du dich richtig verhältst. So befreien sie dich von einem großen Teil der über 200 Ernährungs-Entscheidungen. Das spart Willenskraft und vermindert so Versuchungen.

3. Regeln helfen dir Energie zu sparen.

Wenn ich mir klar mache, wie viel Zeit und Energie ich bisher verschwendet habe, um darüber nachzudenken, was, wann, wie viel ich essen soll, ob jetzt, später… passt ein Stück Kuchen ins Budget… darf ich, muss ich, soll ich? Da schwirrt mir echt der Kopf. Das ist anstrengend und frisst Energie. Durch feste Regeln sparst du dir deine Kraft für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

4. Regeln helfen Gewohnheiten zu ändern.

Wenn du dich eine Zeit an deine festen Regeln gehalten hast, wird es irgendwann immer leichter. Hältst du sie lange genug ohne Ausnahme ein, fühlen sie sich irgendwann nicht mehr wie Regeln an. Dann kommt der Moment ab dem du gar nicht mehr darüber nachdenkst und sie ganz automatisch befolgst. Das ist der Moment, wo die Regel zur Gewohnheit wird und dann einfach Teil deines Essverhaltens wird. Ab da wird alles einfacher. Das ist das Ziel.

Damit das klappt, müssen sie einigen Kriterien entsprechen:

1. Sie müssen sinnvoll und zielführend sein.

Um eine sinnvolle Regel aufzustellen, musst du dir erst einmal klar machen, was genau dein Ziel ist. Nur wenn du weißt, was der Sinn und Zweck ist, kannst du deine Regeln genau darauf ausrichten und auch zum Erfolg mit ihnen kommen. Sie sollen schließlich hilfreich sein und dich dabei unterstützen dort hinzukommen, wo du hin willst. Am besten klärst du also als erstes deine ganz genau Absicht. Was willst du erreichen und was musst du dafür tun?

2. Sie müssen einfach und ganz klar formuliert sein.

Damit stellst du sicher, dass sie null Raum für verschiedene Interpretationen und Auslegung bieten. Denn sonst fängst du nur an mit dir selbst zu verhandeln und zu versuchen die Regeln zu beugen. Und das Spiel hatten wir ja schon. Das klappt in den seltensten Fällen und du bist schnell wieder bei deinen alten Gewohnheiten.

3. Sie sind unumstößlich und gelten ohne Ausnahme.

Du musst dir klar machen, dass es wirklich keine Ausnahme gibt. Wenn du dir eine Regel aufstellst, ist sie Gesetz. Was du machen kannst, ist dir zu deiner Regel eine Liste von Hürden aufzuschreiben. Dort kannst du mit dir selbst vereinbaren, was du tust, wenn mal irgendwas dazwischen kommt.

4. Sie sind überschaubar.

Stelle dir nicht zu viele Regeln auf. Sonst verlierst du total den Überblick. Halte es wirklich einfach. Versuche nie zu viel auf einmal zu ändern. Meistens ist das zum Scheitern verurteilt, weil unser Gehirn einfach nicht dafür gemacht ist, sich auf mehrere Dinge gleichermaßen zu konzentrieren. 3-5 feste Regeln. Mehr bedarf es nicht.

5. Sie sollten in regelmäßigen Abständen reflektiert werden.

Passen sie noch zum Ziel, sind sie hilfreich, brauchst du sie noch? Wenn du sie lang genug eingeübt hast und sie zur Gewohnheit geworden sind, brauchst du sie nicht mehr. Dann kannst du sie (wenn du dir ganz sicher bist, dass sie wirklich schon Gewohnheit ist) durch eine neue Regel ersetzen.

Du siehst, Regeln können beim Abnehmen sehr hilfreich sein.

Wenn du es richtig angehst, sie achtsam aufstellst und dich zu 100% an sie hältst, können sie dich sehr unterstützen und dir dein Leben sehr viel leichter machen. Ich setz mich dann mal hin und überlege, welche Hungerfrei-Gesetze ich für mich aufstellen sollte.

Was hältst du von festen Regeln beim Abnehme? Empfindest du sie als hilfreich? Hast du vielleicht schon welche aufgestellt, die dir helfen? Schreib gern etwas in die Kommentare oder schreibe mir eine Nachricht dazu. Ich freue mich von dir zu hören.

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