Abnehmen glücklich
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Was Abnehmen mit glücklich sein zu tun hat

Abnehmen macht glücklich. Das dachte ich zumindest früher. Ich dachte, dass ich endlich glücklich wäre, wenn ich erst schlank bin. Ich dachte, ich wäre unglücklich, weil ich so dick war. Dass es genau umgekehrt sein könnte, auf diese Idee kam ich damals gar nicht. Denn häufig essen wir mehr als wir brauchen, um uns besser zu fühlen.

Essen macht zufrieden

Essen macht zufrieden und befriedigt. Wenn du etwas isst, vor allem bei hochkalorischen Lebensmitteln, fühlst du dich wohlig warm. Ein gemütliches und angenehmes Gefühl der Befriedigung breitet sich in dir aus. Verantwortlich für dieses Gefühl ist dein Gehirn. Die Natur hat es so eingerichtet, dass alles, was dem Überleben und der Fortpflanzung dient, durch unser Belohnungssystem belohnt wird. Kurz gesagt, wird ein Cocktail von Hormonen ausgeschüttet, die bewirken, dass du dich so wunderbar befriedigt fühlst (mehr zum Thema Belohnungssystem kannst du in diesem Blogartikel nachlesen oder auch hier.). Dieses Gefühl hält aber nur für den Moment. Es ist kein langfristiges Gefühl. Aber es fühlt sich so wunderbar an, dass dein Gehirn es immer wieder spüren will.

Essen und Schuldgefühle

Bei Übergewichtigen kommt es nach dem kurzen Hochgefühl allerdings sehr häufig im Anschluss zu Schuldgefühlen. Du weißt, du bist zu dick und kalorienreiches Essen ist nicht gut für dich. Eigentlich willst du abnehmen oder musst es sogar für deine Gesundheit und fühlst dich dann schlecht und bekommst im Umkehrschluss Heißhunger. Das klingt vielleicht total unlogisch und paradox, aber dein Unterbewusstsein folgt seiner eigenen Logik. Es hat gelernt, dass es sich gut anfühlt etwas zu essen. Wenn du dich schlecht fühlst (warum auch immer), schickt es dich Leckereien holen, damit du dich besser fühlst. Dein Unterbewusstsein denkt nicht vorausschauend in die Zukunft. Ihm kommt es nicht in den Sinn, dass du durch die Schokolade zunehmen und dich unglücklich fühlen könntest. Es denkt nur an das hormonbedingte Hochgefühl während und direkt nach dem Genuss.

Glück kommt vor dem Wunschgewicht und nicht durch es

Wenn du also abnehmen und dein Wunschgewicht auch langfristig behalten willst, musst du unbedingt nicht nur an deinem Äußeren arbeiten. Aber Abnehmen allein macht nicht glücklich. Ganz wichtig ist es, dass du auch lernst, wie du von innen heraus glücklich und zufrieden bist und du musst Mechanismen außerhalb deines Tellers finden, die greifen, wenn es dir einmal nicht gut geht. Glücklich sein kommt nicht durch eine Zahl auf der Waage. Die tiefe Zufriedenheit kommt von innen. Sie ist bereist in dir, du musst sie nur heraus lassen.

Was uns wirklich glücklich macht

Die kalifornischen Psychologen Rick Foster und Greg Hicks haben über Jahre zum Thema Glück geforscht. Ergebnis ist eine sehr große Studie, in der sie besonders glückliche Menschen verschiedenen Tests und Befragungen unterzogen. Die Ergebnisse sind besonders interessant und zeigen, dass tatsächlich jeder selbst für sein Glück verantwortlich ist und es beeinflussen kann. (Wenn ihr dem englischen mächtig seid, lohnt sich das Buch der beiden!)

Dein Fokus beeinflusst, wie glücklich du bist

Die beiden Forscher fanden heraus, dass besonders glückliche Menschen nicht weniger Schicksalsschläge hinter sich haben, als unglückliche. Sie führen auch kein einfacheres oder unkompliziertes Leben als andere. Sie gehen mit negativen Ereignissen und Situationen nur anders um und legen ihren Fokus und ihre Aufmerksamkeit auf positive Erlebnisse. Das heißt nicht, das sie negative Erlebnisse verdrängen. Im Gegenteil, sie arbeiten sie aktiv auf und versuchen aus ihnen zu lernen. Aber sie lenken ihre Aufmerksamkeit auch immer wieder auf die positiven Dinge im Leben. Der Grad ihrer Zufriedenheit hat dabei auch nichts mit der Figur zu tun. Abnehmen macht eben nicht automatisch glücklich. Aber Menschen die glücklich sind, müssen seltener abnehmen.

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist ein besonders einfaches aber sehr effektives Instrument, um deinen Fokus auf das Positive in deinem Leben zu setzen. Egal wie blöd dein Tag war, du wirst immer ein paar Dinge finden, für die du dankbar sein kannst. Wenn du jeden Tag Dankbarkeit praktizierst und es dir zur Routine machst, deine Aufmerksamkeit auf die Dinge zu lenken, die in deinem Leben positiv sind, wirst du eine glücklichere Grundeinstellung erlangen.

Dankbarkeitstagebuch

Um Dankbarkeit in deinen Alltag zu integrieren, kann ein Dankbarkeitstagebuch hilfreich sein. Mach es dir zur Routine, abends vor dem Schlafengehen oder morgen nach dem Aufstehen, mindestens 3 Dinge aufzuschreiben, für die du dankbar bist. Fühle diese Dankbarkeit. Am Anfang fällt es dir vielleicht noch schwer, immer drei Dinge zu finden. Das spannende ist aber, dass wenn du es wirklich jeden Tag machst, dein Unterbewusstsein eine Wandlung vollzieht. Da es weiß, dass du abends wieder drei Dinge aufschreiben möchtest, achtet es über den Tag mehr auf Dinge für die du dankbar sein kannst. Diese Wandlung macht langfristig glücklicher.

Richte deine Aufmerksamkeit auf die kleinen Dinge

Es sind oft die kleinen Dinge, die glücklich machen. Glückliche Menschen legen genau darauf ihre Aufmerksamkeit. Sie erfreuen sich am blauen Himmel, an einem vorbeifliegenden Schmetterling oder an dem Gefühl, dass die Morgensonne auf der Haut hinterlässt. Beginnst du damit deinen Fokus hin zum kleinen Glück des Alltags zu verändern, erlangst du eine ganz neue Perspektive. Die gleiche Situation wird von Menschen mit unterschiedlichem Fokus auch ganz unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Angenommen die Bahn hat Verspätung. Ein glücklicher Mensch sieht das nicht weiter eng. Er beginnt seine Umgebung zu beobachten und erfreut sich vielleicht an einem kleinen Moment nur für sich. Er sieht vielleicht einen hübschen Vogel und beobachtet die Wolken. Ein nicht so glücklicher Mensch, regt sich auf. Er ärgert sich, dass die Bahn mal wieder Verspätung hat und verschwendet Unmengen an Energie, um sich über etwas zu ärgern, das er sowieso nicht ändern kann. Den hübschen Vogel und die interessanten Wolkenformationen sieht er gar nicht. Versuche also einmal einen Perspektivwechsel und versuche Dinge zu sehen, die du sonst nicht wahrnimmst.

Soziale Bindungen

Der Mensch ist ein Herdentier. Es braucht nicht viele Menschen, um glücklich zu sein. Vielmehr brauchst du einen kleinen Kreis von Menschen, denen du vertraust, bei denen du dich geborgen, angenommen und wohl fühlst. Dabei ist es völlig egal, ob es sich dabei um Familienmitglieder, einen Partner oder Freunde handelt. Einsam zu sein macht uns nicht nur unglücklich, es ist sogar ungesund. Einsame Menschen sind häufiger krank und sterben auch früher, als Menschen mit starken sozialen Bindungen. Umgib dich also mit Menschen, die es gut mit dir meinen und die dir gut tun. Dann wirst du auch langfristig glücklich sein.

Hilf anderen

Besonders glücklich macht es uns, wenn wir anderen Menschen helfen können. Auch das ergab die große Glücksstudie von Foster und Hicks. Wenn wir anderen helfen oder ihnen ein gutes Gefühl, z.B. durch liebe Worte, ein kleines Kompliment, eine Geste oder ein Lächeln geben, dann fühlen wir uns gebraucht und nützlich. Das ist ein Grundbedürfnis des Menschen und liegt ebenfalls in der Evolution begründet. Wir sind soziale Wesen und leben seit grauer Vorzeit in Gefügen, in denen wir füreinander da sind uns gegenseitig beschützen und helfen. Wir sind nur Teil dieser Gemeinschaft, wenn wir auch etwas beitragen. Deshalb fühlt es sich für uns gut an, wenn wir jemandem helfen können. Auch dann wird in unserem Gehirn das Belohnungssystem aktiv. Nur um ein vielfaches mehr, als bei einem Schokoriegel. Dazu kommt, dass durch unserer Hilfebreitschaft auch die soziale Bindung vertieft wird. So entwickeln sich Freundschaften und tiefe Bindungen, auf die wir uns verlassen können.

Müßiggang

Immer nur auf Achse und immer nur produktiv sein und tolle Dinge erleben. So interpretiert unsere Gesellschaft Glück. Dabei ist es das genaue Gegenteil, das unser Glück und unserer Zufriedenheit fördert. Menschen, die sich regelmäßig Zeit nehmen, um einfach mal nichts zu tun, sind sehr viel glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben, als Menschen, die immer nur auf Strom sind. Also tue öfter auch mal einfach nichts. Das baut zudem auch ordentlich Stress ab. Leg dich in die Sonne, hänge deinen Gedanken nach, beobachte die Wolken und genieße einfach die Schönheit, die dich umgibt. In solchen Momenten fühlen wir uns frei. Wir sind frei von den Erwartungen anderer und können einfach sein. In solchen Momenten sind wir mehr wir selbst, als irgendwann sonst.

Bewegung und Sport macht uns glücklich

Bewegung und Sport ist ein wichtiger Aspekt, wenn man sich mit dem Thema Glück beschäftigt. Wenn wir uns bewegen, den Puls mal so richtig hochjagen oder auch nur sanft vor uns hin traben, löst das eine ganze Kaskade von Prozessen im Körper aus. Sie sind lange nicht alle erforscht. Aber eines kann man sagen, Bewegung macht uns glücklich. Der Mensch ist von seinem Körperbau her nicht zum Rumsitzen und Liegen gemacht. Das sieht man schon an seinem Skelette. Wir sind zum gehen und laufen bestimmt. Welchen Stellenwert Bewegung und Sport für uns hat, sieht man auch in unserer Gesellschaft. Weshalb sonst gibt es überall auf der Welt Sportvereine und die unterschiedlichsten Sportarten? Der Mensch ist Sportbegeistert und wenn er ihn nicht selbst ausübt, dann schaut er zumindest zu. Am glücklichsten macht Bewegung aber, wenn sie nicht in einer stickigen Halle, sondern in der Natur stattfindet.

Die Schönheit der Natur

Betrachten wir die Schönheit, die unsere Welt für uns bereit hält, wird ebenfalls etwas ganz wunderbares in uns ausgelöst. Wir lieben es das Meer zu beobachten, in den Himmel zu schauen, Berge, Seen und Wälder zu betrachten. Sind wir in der Natur fühlen wir uns plötzlich ganz anders. Wir fühlen uns verbunden und nicht länger getrennt. Willst du glücklich sein, so gehe also raus. Wandern in der Natur, im Wald spazieren gehen, mit dem Rad um den Baggersee. Egal wo du lebst, ein Fleckchen Natur ist nirgends wirklich fern.

Ein Sinn im Leben

Die große Frage nach dem Sinn des Lebens will und kann ich hier nicht beantworten. Es geht hier eigentlich auch eher um den persönlichen Sinn im Leben jedes Einzelnen. Es ist wichtig, eine Tätigkeit auszuüben, die dir sinnvoll erscheint. Das muss nicht der Job sein, kann es aber durchaus. Viele glückliche Menschen gehen einem Hobby oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach, mit der sie anderen Menschen irgendwie weiterhelfen. Für manche Menschen sind es die eigenen Kinder oder gesellschaftliches Engagement. Dein persönlicher Sinn im Leben kann aber auch deine persönliche Weiterentwicklung und dein inneres Wachstum sein. Das ist ganz unterschiedlich. Wenn du keinen Sinn im Leben siehst, kann es ganz schön trostlos vor sich hin dümpeln. Überlege dir also, was du als deinen ganz persönlichen Sinn im Leben siehst und richte dein Leben danach aus. Das macht langfristig glücklich und zufrieden.

Aktiviere deine Schöpferkraft

Etwas zu erschaffen, macht uns ebenfalls glücklich und zufrieden. Das muss gar nichts besonders großes oder kompliziertes sein. Beim Wort Schöpferkraft denken wir im ersten Moment immer gleich an die große Schöpfung aus der Bibel. Aber du musst nicht gleich in 7 Tagen eine ganze Welt erschaffen. Etwas mit den eignen Händen oder mit deinem Verstand neu zu erschaffen, das kann jeder von uns und jeder kennt auch das befriedigende Gefühl, das aufkommt, wenn es geschafft ist. Ich denke dabei eher an Bastelarbeiten, Kochen oder Backen. Du kannst auch ein Buch schreiben oder wie ich einen Blog. Schöpferisch tätig zu sein und etwas neues mit Leben erfüllen, das ist ungemein befriedigend und macht uns Menschen glücklich.

Nimm das Leben und dich nicht so ernst

Einfach mal albern und kindisch sein, Blödsinn machen, ausgelassen sein und lachen bis die Tränen kommen. Das ist das pure Glück, das du sogar körperlich ganz deutlich spürst. Nimm dich und das Leben nicht so ernst. Mach dich lustig über dich selbst, lache in deinem Leben so viel du nur kannst. Es muss nicht immer alles seriös und bitter ernst sein. Das Leben ist oft schon bitter genug. Lebe Leichtigkeit und mache dir nicht so viele Gedanken darüber, was andere von dir denken, wenn du albern kicherst. Tanze, singe, hüpfe und springe. Sei Kind und bleibe neugierig. Setze dich auf eine Schaukel und schaukel so hoch, bis es im Bauch kribbelt. Nur so, weil es Spaß macht.

Du bist auf der Welt, um glücklich zu sein

Du siehst also es gibt unzählige Dinge, die glücklich machen können und sicherlich ist meine Auflistung noch lange nicht erschöpft. Mir fallen noch tausend Dinge ein, wie etwa Musik oder Kunst. Für jeden Menschen sind die Dinge, die ihn glücklich machen auch individuell noch einmal unterschiedlich. Was ich mit diesem Artikel aber sagen will ist folgendes: Lege deinen Fokus auf die Dinge, die dich wirklich glücklich machen, statt auf das Essen. Erstelle dir vielleicht eine Liste dieser Dinge, um sie dir bewusst zu machen und dann tue soviel davon wie du nur kannst, jeden Tag! Es gibt nur einem Menschen auf der Welt, der dich wirklich glücklich machen kann und das bist du selbst! Und genau dafür bist du hier, um glücklich zu sein und dein Leben in Fülle zu leben.

Erst das Glück dann die Abnahme

Wenn du es geschafft hast, mehr Fülle und Glück in deinem Leben zu spüren, ist das Abnehmen gleich viel leichter. Denn du brauchst dann kein Essen mehr, um dich besser zu fühlen. Es wird dir reichen zu essen, wenn du wirklich hungrig bist. Du brauchst es dann nur noch, um deinen Körper mit Nährstoffen und Energie zu versorgen. Also, worauf wartet du.

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