Abnehmen Regeln
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Abnehmen: Regeln reklektieren und anpassen

Abnehmen und Regeln gehören für mich irgendwie zusammen. Wer meinem Blog schon länger folgt der weiß, dass ich in Ernährungsfragen ein Freund klarer und unumstößlicher Regeln bin. Sie haben mir geholfen abzunehmen. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Ohne sie würde ich statt aktuell 63 kg immer noch fast 90 kg wiegen und wäre unglücklich und unzufrieden mit meinem Körper. Durch meine Hungerfrei-Gesetze bin ich meinem Ziel, mich in meinem Körper wohlzufühlen ein gewaltiges Stück näher gekommen und habe dieses Jahr weitere 8 kg verloren. Immer wenn ich aufgehört habe, mich an feste Regeln zu halten und Fünfe gerade sein zu lassen, habe ich wieder zugenommen.

Reflektiere regelmäßig beim Abnehmen deine Regeln

Aber ich bin auch überzeugt davon, dass man beim Abnehmen seine Regeln von Zeit zu Zeit kritisch hinterfragen und anpassen sollte. Du bist der Boss und deshalb machst auch du die Regeln. Du musst sie aus innerer Überzeugung aufstellen, weil sie dir helfen und nicht Regeln befolgen, die von Außen kommen, ohne deine individuellen Ziele und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Denn das ist zum Scheitern verurteilt. Dann brauchst du einfach zu viel Willenskraft, um sie zu befolgen und gibst dann irgendwann zwangsläufig auf.

Passe beim Abnehmen Regeln immer wieder an

In regelmäßigen Abständen solltest du also in Ruhe darüber nachdenken, ob deine Regeln sich noch richtig anfühlen. Dein Bauchgefühl ist ein wichtiger Indikator dafür, ob es Zeit wird deine Regeln zu hinterfragen. Passen sie noch zu dir und deinen Zielen? Brauchst du die ein oder andere Regel vielleicht nicht mehr, weil sie schon zur Gewohnheit geworden ist? Oder haben sich deine Ziele verändert und du brauchst neue Regeln? Sie anzupassen ist nicht schwer. Du musst du vier ganz einfache Schritte gehen, dann hast du deinen neuen Regeln aufgestellt.

1. Reflektiere deine Ziele

Bevor du anfängst fürs Gewichthalten oder fürs weitere Abnehmen Regeln anzupassen, solltest du dir Gedanken darüber machen, wo sie dich eigentlich hinführen sollen. Welche Ziele verfolgst du mit den Regeln? Deine Ziele sind dein Navigator. (Warum Ziele so wichtig sind, kannst du hier noch einmal nachlesen). Hast du schon einmal Ziele aufgestellt? Super, dann schaue sie dir nochmal an. Treffen sie noch zu? Sind das auch aktuell noch deine Ziele?

Ziele können sich verändern

Über die Zeit können sich Ziele verändern. Das ist ganz normal. Im optimalen Fall hast du sie einfach erreicht. Dann brauchst du neue Ziele. Aber manchmal verschieben sie sich auch einfach. Vielleicht hast du eine andere Einstellung gewonnen, es gab Veränderungen in deinem Leben oder dir sind heute einfach andere Dinge wichtig. Vielleicht hast du etwas gelernt oder festgestellt, dass dich etwas anderes glücklich macht als du früher gedacht hast. Es gibt so viele Gründe, weshalb sich deine Ziele verändern können. Alles ist im Wandel. Deine Gedanken, Gefühle und Rahmenbedingungen ändern sich im Laufe der Zeit und so hast du automatisch auch andere Ziele.

Wie sich meine Ziele verändert haben

Während früher meine Priorität auf dem Gewichtsverlust lag und darauf eine bestimmte Zahl auf der Waage zu sehen (bei mir waren das 58 kg), hat sie sich dahingehend verschoben, zu lernen auf meinen Körper zu hören und mich einfach wohl und frei zu fühlen. Als ich meine Hungerfrei-Gesetze aufstellte, war nur diese Zahl in meinem Kopf und um dieses Ziel zu erreichen, waren sie auch perfekt geeignet. Aber nun will ich etwas anderes. Ich will auf meinen Körper hören und so mein ganz natürliches Idealgewicht erreichen. Das kann keine Zahl definieren. Das ist einfach ein Gewicht, bei dem ich mich wohlfühle, gesund, fit und frei fühle. Dafür braucht es ganz andere Regeln, als für das Ziel 58 kg zu wiegen.

Ziele richtig formulieren

Darüber, wie du Ziele richtig formulierst habe ich bereits einen Artikel geschrieben. Hier also nur kurz. Gute Ziele sind SMART. Sie sind klar formuliert, messbar, für dich besonders attraktiv, realistisch und zeitlich terminiert.

Ich will es zum Beispiel bis zum 31.12.2019 (zeitlich terminiert), dass ich bei mindestens 80% meiner Mahlzeiten (messbar) nur esse, wenn ich körperlichen Hunger habe und aufhöre zu essen, wenn ich satt bin (klar formuliert). Realistisch ist dieses Ziel auch, denn ich nehme mir keine 100 % vor und im Grunde ist dieser Vorgang ja auch ganz natürlich. Dafür ist unser Körper gemacht, oder? Bei der Attraktivität des Ziels kommt das „Warum“ ins Spiel. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Artikel über das Warum. (Wenn nicht kannst du ihn hier noch einmal lesen.) Ich mache das alles, weil ich mich frei fühlen will. Und was bringt mehr Freiheit, als ohne Diätgedanken einfach zu essen, wenn man hungrig ist und aufzuhören, wenn man satt ist?

2. Die Rahmenbedingungen abchecken

Wenn du deine Ziele formuliert hast, schaust du dir als nächstes die Rahmenbedingungen an. Wie sieht deine Situation zurzeit aus? Was hält dich im Moment davon ab, deine Ziele zu erreichen? Weshalb hast du es nicht längst geschafft? Was musst du dafür konkret tun?

Bei mir sieht es beispielsweise zurzeit so aus, dass ich durch ein halbes Leben auf Diät total verkopft bin, was Ernährung angeht. Ich esse meist nicht nach meinem Hungergefühl allein. Ich esse, weil ich es so geplant habe, weil es Zeit zum Essen ist und manchmal auch immer noch aus emotionalen Gründen (Wobei das schon viel besser geworden ist!). Ich esse Dinge, weil ich es für vernünftig halte, weil ich denke, dass ich noch Eiweiß, Kohlenhydrate oder Fett brauche oder weil ich denke, es wäre gesund.

Um mein Ziel zu erreichen, muss ich also diese Gedanken aus meinem Kopf verbannen und lernen auf die Signale meines Körpers zu achten. Das muss sich in den Regeln nun widerspiegeln.

3. Klare, einfache und überschaubare Regeln formulieren

Beim Abnehmen müssen Regeln müssen verständlich, klar und einfach sein. Du willst, dass dein Unterbewusstsein sie zu einer Gewohnheit macht und weil dein Unterbewusstsein aus der Steinzeit kommt, versteht es keine wissenschaftlichen Abhandlungen. Es kann dir nur helfen, wenn klar ist, was du ganz genau von ihm willst. Formuliere also ganz einfach, in der positiven Form (dein Unterbewusstsein versteht keine Verneinung) und so, dass die Regeln unmissverständlich sind. Wenn dein Unterbewusstsein Interpretationsspielraum hat, wird es ihn nutzen. Besonders, wenn die Abnehm-Regeln alten Gewohnheiten gegenüber stehen, wird es wirklich schwer, wenn du deinem Unterbewusstsein die Möglichkeit gibst zu diskutieren. Es wird immer Argumente finden, deine alten Gewohnheiten beizubehalten. Gib ihm also gar nicht erst die Möglichkeit.

Es dürfen auch nicht zu viele Regeln sein. Dein Steinzeit-Gehirn verliert sonst den Überblick. Drei bis Fünf einfache, klare Regeln, mehr braucht es nicht.

4. Die Verpflichtung

Dieser letzte Schritt ist wirklich wichtig. Verspreche dir selbst, dich an die neuen Regeln zu halten. Mache dir klar, warum du das tust. Was bringen dir die neuen Regeln Positives in dein Leben? Was geschieht, wenn du nichts veränderst und alles so bleibt wie es jetzt ist?

Vielleicht schreibst du dir einen Vertrag oder ähnliches, in dem du dich verpflichtest dich an die Regeln zu halten. Schreibe auch auf, weshalb du das tun möchtest. Wenn du einmal mit einer Regel haderst, kannst du dir den Vertrag einfach noch einmal durchlesen. Wenn du die Regel danach immer noch brechen willst, ist das zumindest eine bewusste Entscheidung.

Wenn es dir hilft, kannst du dieses Versprechen auch jemand anderem geben, vielleicht deinen Kindern oder deinem Partner. Es fällt uns schwerer Versprechen zu brechen, die wir jemand anderem geben, als die, die wir uns selbst geben.

Das Hungerfrei-Gesetz 2.0

Mein Bauchgefühl sagt mir, es wird Zeit für eine Novellierung der Hungerfrei-Gesetze. Es fühlt sich richtig und gut an. Auch Gesetze müssen schließlich aktualisiert werden. Wäre das nicht so, wären wir wohl immer noch Leibeigene des Kaisers 😉 Also setze ich mich mal ran. Wenn dich interessiert, was dabei raus kommt, lies doch einfach die Tage nochmal hier nach. Oder abonniere den Newsletter, dann bist du immer auf dem neuesten Stand.

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